– Foto: v.l.: Gerhard Schwetje (Präsident nds. Landwirtschaftskammer), Barbara Otte-Kinast (Nds. Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Carsten Müller MdB, Veronika Koch MdL

Braunschweig, 29. Juli 2020: Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast startet zu ihrer dritten ML-Tour. Braunschweig war durch Carsten Müller, MdB vertreten. Mit dabei auch Veronika Koch, MdL und Gerhard Radeck, Landrat des Landkreises Helmstedt.

Auf der Domäne Schickelsheim (Kreis Helmstedt) wurden die Eckpunkte der Niedersächsischen Ackerbau- und Grünlandstrategie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Domäne, seit 900 Jahren ein Ort mit landwirtschaftlicher Tradition, ist heute mit modernster Technik ein umwelt- und ressourcenschonender Platz geworden.

Mit rund einer Million Euro fördert das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) die Digitalisierung des Ackerbaus. Das Geld wird in das neue PraxisLabor Digitaler Ackerbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) investiert. Was passiert nun genau in dem PraxisLabor? Bei einer Vorführung von Sensoren und Maschinen, die über, auf sowie im Acker arbeiten, erhielten die Anwesenden einen fundierten Einblick in die praktische Arbeit im PraxisLabor.

Auf die Ministerin warteten zahlreiche Vorführungen „digitaler Helfer“ für den Ackerbau. Darunter ein Spaten, der in Echtzeit Analysedaten über den Bodenzustand liefert; ein Feldroboter, der die Qualität der aufgehenden Saat präzise dokumentiert sowie ein Schlepper, der mit einem Stickstoffsensor für exakte Düngung ausgerüstet ist. „Mit den Versuchsergebnissen aus dem PraxisLabor werden die Landwirte bei der Verbesserung ihrer ackerbaulichen Verfahren unterstützt. „Das wiederum hilft bei der Umsetzung der Niedersächsischen Ackerbau- und Grünlandstrategie“, erklärte Ministerin Barbara Otte-Kinast.

„Die Digitalisierung der Landwirtschaft bietet hervorragende Chancen, den Landwirten in Niedersachsen den optimalen Einsatz digitaler und umweltfreundlicher Techniken zu demonstrieren“, sagt auch Carsten Müller. „Wir müssen diese Chancen mit Einrichtungen wie in Schickelsheim für den betrieblichen Alltag schnell nutzbar machen und vermitteln.“ Darum ist die Digitalisierung eine wichtige Stütze der niedersächsischen Ackerbaustrategie.

Der Flug einer Drohne mit hochsensibler Hyperspektralkamera, die Entwicklungsunterschiede innerhalb von Kulturen analysieren hilft, ein für exaktere Düngung mit einem Stickstoffsensor ausgerüsteter Schlepper sowie ein vierrädriger Feldroboter, der die Qualität von aufgehendem Saatgut dokumentiert, verdeutlichten den zahlreichen Gästen aus Politik und Wissenschaft das breite Spektrum digitaler Anwendungsmöglichkeiten.

Nicht nur auf den LWK-Versuchsflächen, sondern auch auf der Domäne Schickelsheim selbst werden strategisch wichtige Zukunftsthemen angegangen: „Die Domäne wird zum Zukunftsort für Familienunternehmen weiterentwickelt“, kündigte das Betreiber-Ehepaar Donata und Kaspar Haller an und stellte den Gästen ihre Planungen vor, die Gesamtheit der bestehenden Gebäude und Flächen zu einem sogenannten „Dritten Ort“ zu entwickeln.

„Neben dem Eigenheim und dem Unternehmenssitz soll die Domäne den Familienunternehmerinnen und -unternehmern als „Dritter Ort“ dienen, an dem sie regelmäßig zu einem fruchtbaren Austausch zu Themen rund um Veränderung und Innovation zusammenkommen“, erläuterte Kaspar Haller.

Ein elementarer Baustein dazu ist die butterfly gGmbH, welche zusammen mit weiteren Unternehmen aus der Region unlängst in Schickelsheim gegründet wurde. Sie hat sich laut Haller zur Aufgabe gemacht, die Region zu stärken und gemeinsam Perspektiven für die postdigitale Realität zu entwickeln. Ein erstes Format der gGmbH wird ein Farmhackathon Ende September in Schickelsheim und Braunschweig sein.

Die Gestaltung einer wünschenswerten Zukunft durch die volle Nutzung digitaler Möglichkeiten kann Bekanntes neu gedacht werden, limitierte analoge Ressourcen optimal eingesetzt und effizienter werden. Antriebe für sein Agieren, seien die Potenziale im Ländlichen Raum, so Kaspar Haller. „Doch diese Potenziale behutsam und sinnvoll zu heben ist eine große Aufgabe, die wir nur gemeinsam meistern können.“

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here