v.l.n.r.: Gunhild Salbert (Arbeitskreis Kulturen, und Integration), Prof. Dr. Anja P. Jacobi.,Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl (aktives Mitglied des europäischen Parlaments), Christian Pöhling (Kandidat für das europäische Parlament), Anje Gering (stv. Hauptgeschäftsführerin der IHK Braunschweig)

Am Freitag, den 08.03.2019 fand im CDU-Haus Braunschweig die zweite Diskussionsrunde zum Thema Brexit statt.

Die CDU Braunschweig freute über den erneut großen Zulauf zur Podiumsdiskussion über den Brexit im CDU Haus.
Prof. Dr. Anja P. Jacobi legte dar, dass der Brexit ist einmaliges Ereignis zum Forschen im Bereich Internationale Beziehungen ist. Interessant sei die Rolle der Tories und das Leitthema „Irrationalität“. Die EU könne das nicht lösen, weil es ein innenpolitisches Problem ist. Die Diskussion habe leider auch den Konfliktherd in Nordirland verstärkt, dies sei den Engländern aber gleichgültig. Relevant sei, das die britische Politik ein Kapazitätsproblem habe – es fehlt die informierte Ministerialbürokratie, die Informationen und sachliche Beratung gegenüber der Politik leisten kann.
Christian Pöhling (von der CDU wegen seiner Bemühungen um das Thema Europa u.a. auch im „Pulse for europe“ zur Wahl in das Europaparlament aufgestellt) würdigte die wichtigen Errungenschaften der EU: Friedenssicherung. Er referierte aber auch über die wirtschaftlichen Vorteile die Deutschland aus der Kooperation erwachsen.
Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl bemerkte, dass sich herausgestellt hat, dass die Briten Weltmeister darin sind zu erklären, was sie nicht wollen. Alles, was Alternativen bietet, ist genauso irrational – sie wüssten nicht, was sie wollen.

Anja Gehring die stv. Hauptgeschäftsführerin der IHK Braunschweig referierte wie stets kundig über die wirtschaftlichen Kerndaten: Der ifo Geschäftsklimaindex ist seit 5 Jahren auf dem niedrigstem Stand. Für die regionale Wirtschaft seien die Aussichten deshalb problematisch. Allein die Diskussion um den Brexit habe die Handelsbeziehungen verkleinert. Das Vereinigte Königreich ist bis jetzt ein sehr wichtiger Handelspartner für die Region, eventuell reduziert sich das Volumen durch den Brexit aber um die Hälfte. Gleichzeitig steige die Bürokratie u.a. wegen der Zölle enorm. Schätzung laufen auf 3 Mrd. Euro Zollausgaben allein für Deutschland pro Jahr zusätzlich. Für die britische Politik spiele die Wirtschaft leider erkennbar keine Rolle beim Brexit – dort herrsche die Meinung vor, dass der Wohlstand aus der EU nicht angekommen ist. Gehring plädierte für in Zukunft mehr Informationen und Aufklärung der Bevölkerung und verbesserter Kommunikation. Immerhin 750.000 Arbeitsplätze hängen mit dem Handel mit dem Vereinigten Königreich zusammen.

Zum Abschluss sprach Paul Kavanagh: Im Vereinigten Königreich steige die Inflation seit der Brexitentscheidung massiv, auch der Kapitalabfluss sei erheblich. Großbetriebe haben sich verlagert und 220.000 Stellen sind schon verloren. Zwar sein die Arbeitslosigkeit gesunken, jedoch primär weil Arbeitnehmer weggezogen sind, nicht weil es der Wirtschaft besser gehe.

Er fasste zusammen: Es wird in Kürze nicht mehr Großbritannien sein, sondern Kleinbritannien.

Autor: Jan-Tobis Hackenberg.

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